Zahlungsfähig bleiben

Nicht nur in der Krise ist es wichtig, zahlungsfähig zu bleiben und seine Zahlungsverpflichtungen in der richtigen Zeit zu erfüllen. In der Krise ist es umso wichtiger, dass die Zahlungsfähigkeit besteht und das Unternehmen handlungsfähig ist. Für Geschäftsführer von Kapitalgesellschaften, also insbesondere einer GmbH oder einer AG, stellt das GmbH-Gesetz, das Aktienrecht und die INSO, Insolvenzordnung, besonders hohe Ansprüche, die man besser im Blick behält.

Definition Zahlungsfähigkeit

Wenn Unternehmen ohne fortdauernde Einschränkung in der Lage sind, ihren fälligen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen, kann man dies als Zahlungsfähigkeit beschreiben. Damit drückt sich in der Zahlungsfähigkeit ist die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und Bonität eines Unternehmens aus. Die Zahlungsfähigkeit ist die Grundvoraussetzung dafür, dass die Abläufe in einem Unternehmen ohne Reibungsverlust erfolgen können.

Während der Begriff der Zahlungsfähigkeit noch sehr weit formuliert ist, definiert der Gesetzgeber den Begriff der Zahlungsunfähigkeit sehr eng. Die Zahlungsunfähigkeit ist beispielsweise in § 17 Abs. 2 S. 1 InsO definiert. Die Zahlungsunfähigkeit ist ein Eröffnungsgrund für ein Insolvenzverfahren.

Zahlungsfähig bleiben, wie kann man das erreichen?

Die Zahlungsfähigkeit ist eine Grundvoraussetzung für den reibungslosen Geschäftsablauf. Die Unfähigkeit kann jedoch die vorläufige oder endgültige Beendigung der Geschäftstätigkeit bedeuten. Wenn man diese Tragweite berücksichtigt, kann man leicht nachvollziehen, dass die Sicherung der Liquidität, also zahlungsfähig zu bleiben, die höchste Priorität in einem Unternehmen hat.

Schritt 1 Zahlungsfähig zu bleiben ist Chefsache

Die rechtlichen Auswirkungen der Zahlungsfähigkeit sind gravierend, daher erklären Unternehmer und Geschäftsführer diese Aufgabe zur Chefsache und lenken die nachfolgenden Schritte.

Schritt 2 Team für die Steuerung der Liquidität einrichten

Wenn die Liquidität knapp ist, muss man alle Abläufe, die eine Auswirkung auf die Liquidität haben, von einem zentralen Team steuern. Günstig ist, wenn Führungskräfte aus den Bereichen Einkauf, Vertrieb, Debitoren- und Kreditorenmanagement und Rechnungswesen in diesem Team vertreten sind. Diese Gruppe verantwortet auch die kurzfristige Liquiditätsplanung und das Cash-Management.

Schritt 3 Nach innen gerichtete Maßnahmen

Besondere Situationen erfordern besondere Maßnahmen. Dies können ein konsequenter Kosten- und Ausgabestopp sein. Dies bedeutet, dass nur noch die Kosten und Ausgaben erlaubt sind, die für die Ausführung von Aufträgen und notwendigen Funktionen des Geschäftsbetriebes notwendig sind. Dazu gehören auch der gezielte Lagerabbau und die Fertigstellung von in Arbeit befindlichen Aufträgen bis hin zur Abnahme und Fakturierung.

Schritt 4 Nach außen gerichtete Maßnahmen

Man kann mit dem Finanzamt über Steuerstundungen verhandeln und auch eine Aussetzung der Vorauszahlungen beantragen. Ebenso ist die Rückforderung von Steuerüberzahlungen ein Thema. Deshalb ist es wichtig, in Krisen den Jahresabschluss zügig fertig zu stellen.

Gegenüber den Debitoren kann man mit einem konsequenten Mahnwesen arbeiten, teilweise ist schon eine vorausschauende Zahlungsaufforderung sinnvoll. Dabei ist es trotz aller Anspannung wichtig, dass die Geschäftsbeziehung nicht gestört wird. Sonderskonto oder andere Konditionen oder Vereinbarungen können den Zahlungseingang ebenso beschleunigen.

Es lohnt sich, mit den Lieferanten über längere Zahlungsziele zu verhandeln, ebenso über eine Stundung und Ratenzahlung der aktuell bestehenden Verbindlichkeiten. Um die Vorfinanzierung der Aufträge zu erleichtern, kann man mit Lieferanten ein Kommissionslager vereinbaren.

Auch die Mitarbeiter können dazu beitragen, innerhalb ihrer Möglichkeiten die Liquidität zu entlasten, indem Überstunden oder Urlaubsgeld gestundet oder in versetzten Raten ausgezahlt werden.

Schritt 5 Vertrieb stärken

Die zukünftigen Zuflüsse können einen wichtigen Beitrag leisten, damit ein Unternehmen zahlungsfähig bleibt. Es hat sicher auch selbst verursachte Gründe dafür gegeben, dass die Zuflüsse aus Umsätzen schwächer geworden sind. Damit ein Unternehmen zukünftig auch zahlungsfähig ist, muss man alle Möglichkeiten ausschöpfen, um die Umsätze kurzfristig zu steigern.

Schritt 6 Kreditfähigkeit und Bonität prüfen

Wenn die Kapitaldienstfähigkeit gegeben ist, kann der Unternehmer das Finanzierungskonzept überarbeiten und gegebenenfalls zusätzliche Liquiditätshilfedarlehen aufnehmen.

Schritt 7 Transparenz schaffen

Alle Beteiligten müssen regelmäßig und vollständig mit den Daten versorgt werden, die sie benötigen, um das Unternehmen weiterhin zu unterstützen. Dabei muss das Team jedoch selektiv vorgehen, denn ein Kreditinstitut wird andere Informationen erwarten als ein Lieferant.

Schritt 8 Veränderungsprozesse unterstützen und konsequent führen

Die knappe Liquidität kann auch Ursachen in ungünstigen Prozessen und Abläufen haben. Deshalb ist es wichtig, die Mitarbeiter konsequent dazu aufzufordern, die notwendigen Veränderungen umzusetzen. Gleichzeitig geht es auch darum, Sorgen und Ängste aufzunehmen und Sicherheit und Orientierung zu geben.

Zahlungsfähig bleiben – Praxistipp für die Liquidtätsplanung

Aus Beratersicht und Erfahrung ist es sinnvoll, regelmäßig eine Liquiditätsrechnung aufzustellen. Damit kann ein Unternehmer gewährleisten, dass die Datenbestände belastbar sind, dass der Prozess im Rechnungswesen stabil ist. Er kann ebenfalls nachweisen, dass er seinen Pflichten regelmäßig nachgekommen ist und nicht nachlässig oder schuldhaft eine kritische Situation vernachlässigt hat.

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