Maschinenzeiten und Wirtschaftlichkeitsberechnung

In der Wirtschaftlichkeitsberechnung von Maschinen und Anlagen berücksichtigt man quantifizierbare Kriterien wie Anschaffungskosten, laufende Kosten, jedoch auch Maschinenzeiten, denn in ihnen drückt sich Produktivität, Qualität, Rekonfiguration und Wandlungsfähigkeit der Maschine aus. Wer in der Teilefertigung oder dem Werkzeug- und Formenbau tätig ist, arbeitet daran, die Anlagengeschwindigkeit, Taktzeiten, Qualität und ungeplante Instandhaltungen zu verbessern. Automatisierungen, Zuführungen und Entnahmen, aber auch Spindeln und Spannvorrichtungen sind Beispiele dafür, wie man die Nutzungszeit einer Maschine oder Anlage verbessern kann.

In der Wirtschaftlichkeitsberechnung stellt man die Maschinenkosten in ein Verhältnis zur Leistung einer Maschine oder Anlage, also zu den Maschinenzeiten.

Die Maschinenkosten:

Die nutzungsbezogenen Kosten einer Maschine oder Anlage sind der Verbrauch von Strom, Gas, Druckluft, Wasser, die Schmierstoffe, Bäder, Drähte, Lotstoffe und andere Hilfsstoffen sowie die Verbrauchswerkzeuge. Man kann einer Maschine weitere Kosten direkt zurechnen. Diese Kosten sind Leasing, nutzungsbedingte oder steuerliche Abschreibung, Raumkosten, Versicherung, Instandhaltung und Zinsen. Es ist ebenso sinnvoll, auch die Kosten der Arbeitsvorbereitung zu berücksichtigen. Für manche Fertigungsarten müssen die Betriebe einen allgemeinen Anlagen- oder Maschinenbereich vorhalten, also Abluft, Späne Reiniger, Rüstvorrichtungen und ähnliches. Diese Kosten kann man ebenfalls Maschinengruppen zuordnen.

Die Raumkosten, Kosten der Arbeitsvorbereitung und die Kosten des allgemeinen Maschinenpools ermittelt man in einem Betriebsabrechnungsbogen und verrechnet diese über die Nutzungszeit einer Maschine oder Anlage.

Die Maschinenzeiten:

Die gesamte Maschinenzeit (TG) setzt sich aus der Nutzungszeit (TN, der Instandhaltungszeit (TIH) und der Ruhezeit TRU) zusammen. Dies ist beispielsweise in der VDI Norm 3258 definiert.

Mit der Nutzungszeit (TN) meint man die Lastlaufzeiten (TLA), die Leerlaufzeiten (TLE) und die Hilfszeiten (THZ). Die Maschine wird also nur während der Nutzungszeit für die Herstellung eines Produktes eingesetzt. Sie ist an das Energienetz angeschlossen. Nur während der Lastzeit (TLA) läuft und produziert die Maschine. Die Antriebe laufen unter Last. Während der Leerlaufzeiten läuft die Maschine zwar, aber sie produziert nicht. Wenn die Maschine produktionsbereit ist und Hauptschalter und Antriebe eingeschaltet sind, aber die Anlage still steht, spricht man von der Hilfszeit (THZ).

In der Instandhaltungszeit wartet man die Maschine und setzt sie in Gang, sie produziert nicht.

Mit den Ruhezeiten meint man die Zeiten, in denen die Maschine abgeschaltet ist und keine Instandhaltung stattfindet.

Maschinenzeiten und Wirtschaftlichkeitsberechnung

Für die Wirtschaftlichkeitsberechnung einer Maschine oder Fertigungslinie sind nicht nur die Instandhaltungszeiten und Ruhezeiten von Bedeutung. Auch in der Nutzungszeit besteht ein Potential. Es geht also darum, die Leerlaufzeiten und die Hilfszeiten zu identifizieren und die Ursachen zu beseitigen. Jeder Verlust an Nutzungszeit bedeutet eine Verschlechterung der Wirtschaftlichkeit.

Die Maschinenstundensatzrechnung einer Einzelmaschine

Den Maschinenstundensatz einer Einzelmaschine berechnet man, in dem man laufzeitabhängigen Maschinenkosten und die fixen Maschinenkosten addiert und diese durch die Nutzungszeit dividiert. Der Zeitraum ist ein Jahr. Bei der Anwendung des Stundensatzes in einer Teilekalkulation muss man darauf achten, nicht nur die Lastzeiten, sondern auch die Leerlaufzeiten und die Hilfszeiten aufzunehmen.

Die Maschinenstundensatzrechnung für Fertigungsanlagen und Fertigungslinien

Bei der Berechnung der Maschinenkosten berücksichtigt man laufzeitabhängige Maschinenkosten aller Grundmaschinen bezogen auf deren Nutzungszeiten und die fixen Maschinenkosten, ebenso das Zubehör der Anlage. Bei der Nutzungszeit der Anlage bezieht man sich jedoch immer auf die führende Grundanlage, damit man den Stundensatz der Linie oder der gesamten Anlage erhält.

Die Nutzungszeiten einer Maschine oder Anlage

Für die Ermittlung der Zeiten für die Kalkulation einer Leistung und die Beurteilung der Wirtschaftlichkeit einer Anlage unterscheidet man zwischen Nutzung einer Anlage und Unterbrechen der Nutzung. Die Hauptnutzung ist die geplante Nutzung der Maschine, also das Bohren, Kanten, Fräsen oder Polieren. Mit der Nebennutzung meint man das Austauschen eines Bohrers oder einer Polierscheibe.

Die Nutzung kann ablaufbedingt unterbrochen werden, wenn die Maschine planmäßig gewartet wird oder wenn sich dies aus definierten Ablaufschritten ergibt. Dies kann sich aus dem Ende eines Ablaufabschnitts, aus der Verlagerung von Material oder Arbeitsmitteln oder einer geplanten Tätigkeit des Anlagenbedieners ergeben.

Ein störungsbedingtes Unterbrechen der Nutzung kann sich aus einer technischen oder organisatorischen Unterbrechung ergeben. Organisatorische Störungen können sich beispielweise ergeben, wenn Material nicht verfügbar ist oder der Abtransport der produzierten Teile eine Stockung verursacht.

Die Nutzung der Anlagen kann auch durch erholungsbedingte oder persönlich bedingte Nutzung unterbrochen werden. Es ist insbesondere die Aufgabe, die ungeplanten und persönlich begründeten Unterbrechungen der Nutzung einer Anlage zu gestalten, um die Wirtschaftlichkeit einer Anlage zu verbessern.

Maschinenzeiten und Wirtschaftlichkeitsberechnung

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Die Maschinenstundensätze werden in Fertigungsunternehmen eingesetzt, die stark von Maschinen und Automatisierung geprägt sind. Dies sind beispielsweise die Press- und Stanztechnik, die Blech- und Umformtechnik, der Werkzeugbau oder die Kunststofftechnik. Auch bei der Produktion von Rohstoffen, elektronischen Bauteilen, Bekleidung oder Lebensmitteln führen Maschinenstundensätze zu genaueren Kosteninformationen und fundierten Preiskalkulationen.

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