Kalkulationsschema Maschinenbau

Definition Kalkulationsschema Maschinenbau

Ein Kalkulationsschema für den Maschinenbau gibt eine Struktur vor, um die direkten Kosten einer Maschine zu erfassen und die indirekten Kosten über die Zuschläge oder Verrechnungssätze zu ermitteln. Das Kalkulationsschema für den Maschinenbau führt zum Zielpreis einer Maschine oder Anlage. Das Schema zeigt alle Kostenbestandteile.

Beschreibung Kalkulationsschema für den Maschinenbau

Das Kalkulationsschema für den Maschinenbau fasst die Baugruppen mit den Stücklisten und den Arbeitsplänen zusammen. Wenn ein bedeutender Anteil der Leistung vor Ort in der Montage, der Implementierung in eine Fertigungsstraße oder eine automatisierte Linie erfolgt, hält man diese auch in Baugruppen und Arbeitsplänen fest.

Die variablen und die fixen Kosten der Maschinen kann man durch die Maschinenlaufzeiten dividieren. Das Ergebnis ist der Maschinenstundensatz mit den variablen oder Gesamtkosten (variable und fixe Kosten). Da die Maschinenkosten eine Detaillierung des Betriebsabrechnungsbogens sind, existiert eine Datenbrücke zwischen beiden. Wichtige Stammdaten sind Kostensätze für die Maschinenstunden oder für die personenbezogenen Arbeitsgänge und Zuschlagsgruppen für das Material oder die Fremdleistungen.

Das Kalkulationsschema fasst folgende Kostenpositionen zusammen:

= Herstellkosten (im Haus)

  • Material und Fremdleistungen Montage und Inbetriebnahme
  • Fertigungskosten Montage und Inbetriebnahme
  • Indirekte Fertigungskosten (als Zuschlag)
  • Reisekosten Monteure
  • Kosten der Warenabgabe, direkt

= Herstellkosten (vor Ort)

  • Projektmanagement
  • Produktmanagement

= Herstellkosten gesamt

  • Verwaltungskosten
  • Marketing
  • Sales, Provisionen
  • Wagnis und Gewinn

= Selbstkostenpreis

  • Rabatt, Bonus, Skonto

= Zielverkaufspreis

 

Anwendung Kalkulationsschema Maschinenbau

Wenn man im Maschinenbau kalkuliert, trifft man überwiegend auf Varianten der Grundversion einer Maschine. Die Stückzahl 1 ist jedoch eine Herausforderung für viele Unternehmen. Die Fertigungsprozesse können variieren, wenn sich die Spezifikation des Grundmodells verändern, jedoch ändert man regelmäßig auch die Stückliste. Die einfachsten Fälle sind, Komponenten und Peripherie hinzuzufügen oder wegzunehmen. Dafür eignet sich die Variantenkalkulation mit einer Baukastenlogik. Man benötigt das Wissen eines Spezialisten, wenn neue Funktionen erarbeitet, konstruiert, hergestellt und programmiert werden müssen. In diesem Fällen ist es notwendig, auf eine Wissensdatenbank zurückzugreifen. Anstelle die Kalkulation von Grunde auf neu zu erstellen sind zum Beispiel flexible Kopierfunktionen effektiv.

Anhand des Kalkulationsschemas erhält man die notwendigen Kosteninformationen, wenn man sich damit befasst, die Kostentreiber zu identifizieren und Kostenverbesserungen durchzuführen. Diese können zum Beispiel für die Konstruktion, jedoch auch für alle Herstellungs- und Montageprozesse und für die Materialauswahl genutzt werden.

Standardbaugruppen mit vordefinierten Stücklistenteilen sind hilfreich, wenn es darum geht, mit Gleichteilen die Konstruktion zu führen, Kosteneinsparungen zu erreichen und den Lagerumschlag von Normteilen zu erhöhen.

Mitlaufende Nachkalkulation Maschinenbau

Wenn man die Gliederung des Schemas so tief anlegt, dass einzelne Kostenpositionen mit tatsächlichen Ist-Werten während des Herstellungsprozesses befüllt werden, legt man gleichzeitig die Basis für Erfahrungswerte. Man bucht Arbeitsgänge und die Entnahme von Material sowie den Einsatz von Fremdleistung auf die einzelnen Positionen und übergibt die Werte mit Kostenträger in das betriebliche Rechnungswesen.

Dies nützt nicht nur für die mitlaufende Nachkalkulation, jedoch auch für die kommenden Kalkulationen. Aufträge im Maschinenbau haben viele Merkmale eines Projektes, wenn sie einen hohen Anteil von Neuheiten besitzen, eine eigene Organisation erfordern und die Herstellung und Montage oft über mehrere Monate erfolgt. Wenn die Laufzeit ein Geschäftsjahr überschreitet, ist die verlustfreie Bewertung des Auftrages wichtig. Zuerst ermittelt man die Ist-Daten der mitlaufenden Nachkalkulation. Dies ist die Grundlage für die Bewertung der Maschine in der Herstellung. Als nächstes berechnet man die Kosten der noch verbleibenden Baugruppen und Arbeitsgänge. Verbleibt ein Überschuss, so kann man von einer verlustfreien Bewertung ausgehen. Erhält man jedoch eine Unterdeckung, so ist man verpflichtet, risikobezogene Abschläge auf die Bewertung durchzuführen und diese zu dokumentieren und auszuweisen.

Maschinenstundensätze werden beispielsweise bei Anlagenbauern für die Press- und Stanztechnik, die Blech- und Umformtechnik, den Werkzeugbau, für die Kunststofftechnik oder die Automatisierungstechnik eingesetzt. Jedoch auch wenn die Maschinen und Anlagen für die Produktion von Rohstoffen, von elektronischen Bauteilen, von Bekleidung oder von Lebensmitteln eingesetzt werden, erhalten sie durch Maschinenstundensätze eine genauere Kosteninformation und die Maschinenbauer erzielen bessere Preise.

Sie möchten mehr über unsere Arbeit und Erfahrungen wissen? Dann lesen Sie gerne die folgenden Beiträge.

Wiki: Maschinenstundensatz

Wiki: Rationalisierung betriebswirtschaftlich

Weitere Informationen

Wenn Sie sich für die ersten Konzepte der Kalkulation von Maschinen interessieren, finden Sie hier allgemeine Anregungen Kalkulation im Maschinenbau – die blaue Reihe

Eine neutrale Sicht und unterstützende Impulse

Wir beraten Sie gerne. Rufen Sie einfach kurz an. Denn das Erstgespräch ist kostenlos und unverbindlich, jedoch wertvoll.
07231 – 78 17 33

RUFEN SIE EINFACH KURZ AN.
GRATIS BERATUNGSTERMIN VEREINBAREN