Rationalisierung psychologisch

Rationalisierung psychologisch. Diesen Begriff verwendet man neben der Psychologie und der Soziologie auch in der Betriebswirtschaft und in weiteren Zusammenhängen. Im Folgenden diskutieren wir Rationalisierung aus psychologischer Sicht. Psychologisch die Rationalisierung verstehen ist wichtig für das Führungsverhalten und das Verständnis von Abwehrverhalten mancher Mitarbeiter.

Rationalisierung psychologisch, Definition der Rationalisierung aus psychologischer Sicht

In der Psychoanalyse versteht man unter Rationalisierung einen Abwehrmechanismus, der das eigene Verhalten rechtfertigt und begründet. Mit dieser Abwehrhandlung liefert man oberflächlich betrachtet verstandesgemäße Erklärungen und Begründungen, die bei näherer Betrachtung jedoch vorgeschoben sind, damit man sich nicht mit den echten, bedrohlichen, oft auch unbewussten Handlungsmotiven auseinandersetzen muss.

Bei der Rationalisierung handelt es sich also darum, dass die wirklichen, jedoch nicht eingestandenen und nicht akzeptierten Motive und Beweggründe ersetzt werden, in dem solche vorgeschoben werden, die dem Betroffenen selbst und den anderen Beteiligten annehmbar erscheinen oder vielleicht sogar lobenswert sind.

Rationalisierung psychologisch, das ist der verbreitete Ablauf

Die Rationalisierung ist eine verbreitete Form der Täuschung in Bezug auf sich selbst und auf andere. Insofern ist Rationalisierung immer auch ein Trugschluss oder Fehlschluss in einer Argumentation, in der die wahren Beweggründe unerkannt bleiben sollen.

Rationalisierung ist ein Abwehrmechanismus. Diese Abwehr soll Handlungen, die durch unbewusste oder nicht eingestandene Motive gesteuert werden, im Nachhinein einen neuen oder anderen Sinn geben, der im Gegensatz zum ursprünglichen akzeptiert, nachvollziehbar und teilweise sogar lobenswert ist.

Die Rationalisierung erfolgt meist in zwei Schritte. Zunächst entsteht eine Handlung oder eine Entscheidung, ohne dass ein bestimmter Grund bestand oder der Grund nicht bewusst war. Es tritt eine Situation auf, in der die Handlung hinterfragt wird, oder die Situation wird erwartet. Dann sucht und konstruiert man einen scheinbar guten oder logischen Grund. Damit rechtfertigt man die Handlung nachträglich für sich und für andere.

Rationalisierung des Status Quo

Menschen neigen dazu, wichtige Entscheidungen und Handlungen zu rationalisieren, sobald diese in Kraft treten. Oftmals wird der Status Quo in einem übertrieben positiven Licht neu konstruiert. Dies kann sogar so weit gehen, dass man sogar den Zustand, den man erwartet, bereits im Vorfeld neu konstruiert und in einem übertriebenen Maß die Vorteile hervorhebt die man erwartet, jedoch die Nachteile minimiert, von denen man erwartet, dass sie eintreten. Dies erklärt, warum die Erwartungen aus Meinungsumfragen im Vorfeld häufig schlechter sind als die Umfrageergebnisse nach Umsetzung der Maßnahmen, denn dann setzt die Rationalisierung ein.

Rationalisierung psychologisch, auch in festgefahrenen Situationen

Menschen neigen dazu, Situationen zu rationalisieren, die sie als festgefahren empfinden. Dies geht sogar so weit, dass sie solche Situationen neu konstruieren, die sie tatsächlich so einengen, dass sie sich ihnen physisch oder psychisch nicht entziehen können.

Rationalisierung psychologisch, Abwehr verhindert Veränderung

Rationalisierung verdeckt die wahren Motive und Haltungen und schiebt solche Rechtfertigungen nach, die eine breite Akzeptanz haben. Damit werden die Defizite vor sich selbst und vor den anderen verdeckt. Die Situation ist gerettet, vielleicht ist sogar eine Anerkennung möglich. Eine Veränderung ist nicht notwendig. Die kritischen Motive bleiben bestehen. Der Betroffene lernt, dass Abwehr erfolgreich möglich ist. Darunter leidet die Leistung einer Organisation.

Beispiele für Abwehrmechanismen

Rationalisierung psychologisch betrachtet ist eines von vielen verbreiteten Abwehrmechanismen, mit denen sich ein Unternehmer oder eine Führungskraft auseinander setzen muss.

Verschiebung

Ein Angestellter fühlt sich von seinem Vorgesetzten ungerecht behandelt. Er wehr sich jedoch nicht dagegen, sondern kritisiert die Arbeit eines Auszubildenden oder Praktikanten.

Sublimierung

Reaktion auf ein Gebot oder Verbot, entweder als zwanghafte Übersteigerung oder als künstlerische oder intellektuelle Tätigkeit.

Verkehrung ins Gegenteil

Eine Person, die starke Vorbehalte gegenüber einer Gruppe von Mitarbeitern hat, aber vordergründig für deren Interessen argumentiert.

Projektion

Eine Mitarbeiterin fühlt sich von einem Vorgesetzten belästigt, obwohl dieser sie kaum wahrnimmt. Vielmehr ist es so, dass sie sich unbewusst zu ihrem Vorgesetzten hingezogen fühlt. Ihr eigener Wunsch wird auf den Vorgesetzten projiziert, der Wunsch ist „Vater des Gedankens“.

Regression

Ein Mitarbeiter, dessen Computer zum wiederholten Male nicht funktioniert, reagiert emotional und beginnt den Computer zu beschimpfen.

Rationalisierung

Aufgrund der Auftragslage muss ein Vorgesetzter Mitarbeiter entlassen. Er entscheidet sich für einen Mitarbeiter, den er noch nie leiden konnte. Dies ist ihm jedoch nicht bewusst, sondern er argumentiert seine Entscheidung mit der schlechten Leistung des Mitarbeiters.

Verleugnung

Aspekte der Realität werden nicht anerkannt, obwohl sie offensichtlich sind. Ein Mitarbeiter hegt ganz offensichtlich Aggressionen gegen einen Kollegen, will dies aber vor den anderen Kollegen und sich selbst nicht eingestehen.

Verdrängung

Verdrängte Triebimpulse verlieren nicht ihre Energie, sondern kommen in Träumen, Fehlleistungen oder Krankheitssymptomen wieder zum Vorschein. Entstehen auf diese Weise Spannungen oder Aggressionen, so können sie sich beispielsweise als Nackenverspannung oder Rückenschmerzen zeigen.

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