Kreativitätstechniken

Kreativitätstechniken sind die Basis dafür, Ideen zu finden und Verbesserungen oder Innovationen zu schaffen. Wenn Kreativität für die Weiterentwicklung von Unternehmen so wichtig ist, dann ist es naheliegend zu fragen, was Kreativität fördert und wie man lernen kann, kreativ zu sein. Techniken helfen dabei, in der Ideensuche offen zu bleiben, weil man günstige Voraussetzungen schafft.

Definition: Was sind Kreativitätstechniken?

Kreativität ist die Fähigkeit, neue und nützliche Ideen zu erzeugen, die vollkommen neu und auch wirklich bedeutsam sind. Kreativitätstechniken sind Methoden und Herangehensweisen, um den Prozess der Ideenfindung zu fördern.

Jede Kreativitätstechnik zielt darauf ab, dass man aus den klassischen Denkstrukturen ausbricht, den Blickwinkel verändert und durch die Ideen der anderen angeregt wird. Abhängig von den Teilnehmern kann man durch knappe Antwortzeiten den Druck und die Konzentration erhöhen oder durch Raum und notwendige Bewegung die Anspannung herausnehmen und zurückhaltende Mitarbeiter fördern.

Was können Kreativitätsgruppen erarbeiten?

Wenn sich die Geschäftsleitung mit ihrem Geschäftsmodell auseinandersetzt und Kreativitätstechniken einsetzt, kann sie Quantensprünge erreichen. Die Teilnehmer von Kreativitäts-/ Qualitätszirkeln oder KVP-Gruppen (Kosten-Verbesserungs-Programme) erarbeiten Verbesserungen für bestehende Produkte oder Dienstleistungen oder komplett neue Lösungen und Innovationen und steigern maßgeblich die Wettbewerbsfähigkeit und Ertragskraft eines Unternehmens. Ohnehin sind Verbesserungen an den Produkten und Leistungen die wirtschaftlich erfolgreichsten Veränderungen, denn jede Neuerung birgt ein hohes Risiko und fordert meist enorme Investitionen und Entwicklungskosten.

Verschiedene Kreativitätstechniken für den Einsatz in Unternehmen

Brainstorming

Brainstorming ist eine sehr bewährte Methode, wenn Existenzgründer und etablierte Unternehmen neue und bedeutsame Ideen für ihre Geschäftsmodelle, Produkte oder Prozesse suchen.

Eine Gruppe von Mitarbeitern aus verschiedenen Bereichen sammelt in der Gruppe Ideen und wird dabei von einem Moderator geleitet. Der Moderator stellt die Ausgangs- oder Problemsituation vor.

Während der Brainstorming Sitzung nimmt er die Ideen und Gedanken der Gruppenmitglieder auf. Er achtet auch darauf, dass die Spielregeln eingehalten werden. Die Spielregeln sind einfach. Zunächst geht es darum, dass grundsätzlich keine Kritik an den genannten Ideen geübt wird. Jedes Gruppenmitglied soll sich trauen, alles vorzutragen, was ihr oder ihm in den Sinn kommt. Daher sollen sich die Gruppenmitglieder in der Ideensuche gegenseitig fördern und bereichern, jedoch auf keinen Fall blockieren.

Wenn Gedanken verrückt oder ganz unmöglich erscheinen, sollen diese trotzdem ausgesprochen und weitergedacht werden können. Es geht nur darum, so viele Ideen wie möglich in angemessener Zeit zu sammeln.

Die Bewertung der Ideen erfolgt später, wenn es um die Machbarkeit, den Bedarf, den Nutzen, die Kosten, die Risiken oder den Markt geht.

Brainwriting

Diese Methode ist eine Variante des Brainstormings. Die Teilnehmer setzen sich in einer kleinen Gruppe von 5 bis 7 Teilnehmern zusammen.

Jeder notiert seine Ideen auf ein Blatt, bis ihm zu einem Thema nichts mehr einfällt. Dann gibt er das Blatt an seinen Tischnachbarn weiter und beginnt mit einem neuen Blatt. Der nächste ergänzt die ersten Ideen, entwickelt sie fort und gibt das Blatt an den nächsten weiter. Wenn eine Idee ausgefeilt ist oder keine neuen Ideen mehr entstehen, wird das Blatt in die Mitte gelegt.

Der Moderator stellt am Ende der Sitzung die gefundenen Ideen vor. Die Bewertung der Ideen erfolgt in einer späteren Sitzung.

Brainwalking

Die Kreativitätstechnik Brainwalking ähnelt dem Brainwriting. Die Teilnehmer schreiben ihre Ideen auf Flipcharts, Tafeln oder Boards, die räumlich verteilt sind. Die Teilnehmer gehen von einem Chart zum nächsten.

Durch die Bewegung entstehen Lockerheit und Konzentration. Die Teilnehmer können unbeobachteter und ohne Druck ihre Ideen notieren, so dass auch zurückhaltende Menschen aktiviert werden können. Die Methode ist zeitaufwendiger und man benötigt mehr Raum.

Timeline

Ein Moderator stellt einer Gruppe eine Problemsituation vor. Jeder Teilnehmer nimmt eine Position am Ende eines Raumes ein. Gedanklich nimmt er die Haltung ein, dass das Problem gelöst wäre. Er beschreibt, wie er die neue, verbesserte Situation sieht. Dann geht er gedanklich und räumlich in kleinen Schritten zurück und beschreibt vom Ende der Lösung bis zur Ausgangssituation, was die einzelnen Lösungsschritte waren. Wie wenn man das Alphabet rückwärts notiert, schreibt man die gedachten Arbeitsschritte beginnend von „Z“ auf, bis man den ersten Schritt „A“ erreicht „Damit die Situation so geworden ist, mussten wir als letzte Schritte X-Y-Z machen. Davor jedoch, war es notwendig, U-V-W zu erledigen. Um allerdings dahin zu kommen, bearbeiteten wir R-S-T. So erarbeitet man in der Rückwärtsbetrachtung alle notwendigen Schritte, jedoch beginnt man mit der Lösung und ist gelöst vom Problem.

Die Timeline Methode kann auch mit der Wunderfrage eingeleitet werden: „Stell Dir vor, Du hättest Superkräfte und könntest aus Deinem Unternehmen machen was immer Du willst. Wie sähe das Unternehmen dann aus?“

Walt-Disney-Methode

In dieser Methode spielen die Teilnehmer unterschiedliche Rollen. Zunächst nehmen die Teilnehmer gemeinsam die Rolle des Träumers ein. Sie entwickeln visionäre Ideen. Als nächstes gehen sie gemeinsam in die Rolle des Realisten und sprechen über die Umsetzbarkeit jeder Idee. Am Ende sprechen sie aus der Rolle des Kritikers, in dem sie nur Schwächen, Risiken und Unabwägbarkeiten sehen.

Mindmap

Die Methode der Kreativitätstechniken eignet sich, wenn man Ideen finden und bereits bestehende Gedanken strukturieren und vernetzen oder die Abhängigkeiten herausarbeiten möchte.

Das Hauptthema einer Idee wird in der Mitte eines Charts oder eines Blatts festgehalten. Um dieses zentrale Thema herum werden Schlüsselpunkte geschrieben. Diese verbindet man mit dem Hauptthema und den anderen Schlüsselpunkten, wenn Abhängigkeiten oder Zusammenhänge wichtig sind.

Wenn die Teilnehmer keine neuen Schlüsselpunkte mehr finden, gehen sie bei jedem Schlüsselpunkt ins Detail. Sie arbeiten jeweils die untergeordneten Punkte aus. So kann die Gruppe immer tiefer in das Detail gehen, sie behält jedoch immer den Blick aufs Ganze und kann auch in den oberen Hierarchien an der Struktur weiterarbeiten.

6-3-5 Methode

Die Kreativitätstechnik 6-3-5 bedeutet, dass 6 Teilnehmer jeweils 3 Ideen auf einem Blatt notieren und dieses Blatt 5 Mal weitergeben. Ein Moderator fordert die Teilnehmer auf, die 3 Ideen in einer Spalte zu notieren, nach 3 bis 5 Minuten das Blatt weiterzugeben. Der Nachfolger ergänzt diese Ideen oder notiert neue. Am Ende können maximal 108 neue Ideen entstehen.

Future Walk

Die Methode ähnelt dem Brainwalking. Sie wird meist eingesetzt, wenn es darum geht, zukünftige Strategien und operative Maßnahmen zu finden. Der Future Walk findet meist im Freien, in der Natur statt. Ein Moderator führt die Teilnehmer inhaltlich und räumlich von einer Station zur nächsten. Wenn die Teilnehmergruppe eine Station erreicht, soll sie eine Aufgabenstellung diskutiert und unterschiedliche Lösungsansätze gefunden haben. Weder Kritik noch Kommentar sind erlaubt.

Der Moderator orientiert sich bei der Auswahl der Themen an den betrieblichen Gegebenheiten. Optimal ist es, wenn man alle Perspektiven der Balanced Score Card durchdenkt. Dann überdenkt die Teilnehmergruppe die Perspektiven Finanzen, Kunden, Lernen und Entwicklung sowie interne Geschäftsprozesse.

Diese Methode ist besonders gut geeignet, wenn die Teilnehmer neue Blickwinkel finden und aus den gewohnten Diskussionen und Standpunkten gelöst werden sollen.

Osborn Checkliste

Diese Methode eignet sich besonders, wenn es den Unternehmen darum geht, bestehende Produkte, Prozesse oder Dienstleistungen zu verbessern. Im Mittelpunkt steht, dass man eine bestehende Lösung systematisch hinterfragt.

Mit der Osborn Checkliste bearbeitet man systematisch diese Punkte:

  • Was ist ähnlich? Gibt es gleiche Funktionen? Bestehen ähnliche Problemsituationen? Welche Parallelen kann man daraus ziehen?
  • Was sind andere Anwendungen? Welche anderen Anwendungsmöglichkeiten bestehen, wenn man ein Produkt oder eine Leistung verändert? Welche anderen Personen oder Zielgruppen könnten dies dann nutzen?
  • Anpassen? Welche Parallelbeispiele gibt es und was könnte man davon übernehmen?
  • Verändern? Wenn ein Produkt eine neue Form hätte, welchen Zweck könnte es dann auch erfüllen?
  • Vergrößern? Was kann man hinzufügen, um den Zweck und die Eignung zu erweitern?
  • Verkleinern? Was wird möglich, wenn das Produkt kleiner oder die Dienstleistung einfacher wird? Was ist entbehrlich und was kann man weglassen?
  • Umformen oder neu anordnen? Was kann man dadurch erreichen?
  • In das Gegenteil umdrehen? Wie kann man das Gegenteil des Gewünschten erreichen?
  • Kombinieren? Sind Verbindungen mit anderen Produkten oder Leistungen möglich und sinnvoll? Was kann man mit Mischungen erreichen?

Auswerten der Lösungen aus kreativen Ideenfindungen und den Kreativitätstechniken

Nutzwertmethode

Man bewertet die erreichbaren Eigenschaften oder Verbesserungen mit Faktoren, die sich aus dem Mehrwert der mithilfe der Kreativitätstechniken gefundenen Lösung ergeben. Am besten stützt man sich auf eine Befragung der aktuellen oder potentiellen Anwender. Daraus kann man eine Rangfolge unter den gefundenen Lösungen ermitteln.

Kostenvergleich

Man vergleicht die Stückkosten einer neu gefundenen Verbesserung oder eines Produktes mit den aktuell bestehenden Lösungen.

Cluster

Man ordnet die Lösungen zu Gruppen mit gleichen Merkmalen. Beispielsweise priorisieren viele Lösungen eine Automatisierung der Dienstleistung durch eine App. Man folgert, dass die zukünftigen Anwender offensichtlich eine automatisierte Lösung wünschen, die mit Hilfe einer App und des Smartphones umgesetzt wird.

Risikobewertung

Wenn man die Risiken einer Lösung erarbeitet, ist man bereits tief in der Lösung selbst. Dann kann man bewerten, welche Risiken sich aus der Investition, dem Markt, einer Fehlfunktion oder anderen Faktoren ergeben.

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