Kapitaldienst

Definition Kapitaldienst

Der Kapitaldienst ist der Wert, den ein Unternehmen für die Zinsen und die Tilgung des Fremdkapitals in einem Jahr einsetzen muss.

Berechnen des Kapitaldienstes

(+) Zinsaufwendungen für Fremdkapital

(+) Regeltilgungen und Sondertilgungen

(=) Summe Kapitaldienst

Welche Zinsarten und Kosten der Kreditführung fließen in den Kapitaldienst ein?

Alle Kosten der Kreditführung fließen in den Kapitaldienst ein. Es werden kurzfristige und langfristige Kredite berücksichtigt. Insbesondere sind dies Zinsaufwendungen, jedoch auch Zinsnebenkosten, Kosten der Kreditvermittlung, Disagio, Aval Gebühren und Bankgebühren, die mit der Kreditaufnahme und der Kreditführung verbunden sind.

Welche Zinsarten fließen nicht in den Kapitaldienst ein?

Im Jahresabschluss werden verschiedene Verbindlichkeitspositionen verzinst, die jedoch nicht durch Bankkredite verursacht sind. Dies sind beispielsweise die Zinsen für Pensionsrückstellungen, sie fließen nicht in die Berechnung des Kapitaldienstes ein.

Welche Tilgungen fließen in den Kapitaldienst ein?

Die Regeltilgungen und Sondertilgungen fließen in den Kapitaldienst ein. Die Tilgungen können sich aus Annuitäten, aus festen Leistungsraten, aus dem gesamten Darlehensbetrag bei endfälligen Darlehen ergeben. Es sind jedoch auch die Sondertilgungen im Rahmen der vertraglichen Vereinbarungen wichtig.

Werden Darlehen abgelöst, weil das Sicherungsgut verkauft wurde, so müssen diese Tilgungen getrennt ausgewiesen werden.

Kapitaldienst und Cash-Flow

Unternehmer müssen den Kapitaldienst leisten, auch wenn Sie Umsatzrückgänge hinnehmen müssen. Der Cash-Flow muss jedoch auch bei sinkenden Umsätzen ausreichen, um die Zinsen und die Tilgung zu leisten. Die Tilgung erfolgt aus dem Cash-Flow nach Abzug der betrieblichen Steuern.

Kapitaldienst und Cash-Flow für einzelne Objekte oder Projekte

Der Kapitaldienst kann auch für einzelne Projekte oder Objekte berechnet und beurteilt werden. Dies können beispielsweise Immobilien oder Betreiberobjekte sein. Zusammen mit dem Cash-Flow dieser Projekte oder Objekte kann jedoch auch eine einzelne Bonitätsprüfung durchgeführt werden.

Kapitaldienst aus Sicht der Kreditinstitute

Unternehmer sind dazu verpflichtet, ihre wirtschaftlichen Verhältnisse offen zu legen. Dazu gehören auch alle Daten und Informationen, die für die Ermittlung des Kapitaldienstes notwendig sind. Dies sind in der Regel die Sachkonten aus der Summensaldenliste des laufenden Jahres oder die Sachkonten aus dem Kontennachweis der Gewinn- und Verlustrechnung sowie der Bilanz des Jahresabschlusses. Da Kreditinstitute zur Prüfung der wirtschaftlichen Verhältnisse der Kreditnehmer verpflichtet sind, ist der Kapitaldienst und die Kapitaldienstfähigkeit immer ein Thema und Diskussionspunkt in Bankgesprächen.

Praxistipp für die Liquidtätsrechnung

Kreditinstitute prüfen die Bonität und Kreditwürdigkeit eines Unternehmens anhand des Kapitaldienstes und des Cash-Flow. Die Kapitaldienstgrenze gibt die Höhe an Zinsen und Tilgungen an, die ein Unternehmen in einem Jahr leisten kann. Da die Kreditwürdigkeit eines Unternehmens eine strategische Bedeutung hat, ist es für die Unternehmen wichtig, dass die Buchungen richtig kontiert sind. Unachtsame oder pauschale Kontierungen führen jedoch zu unrichtigen Werten und zu Fehlinterpretationen bezüglich der Wirtschaftlichkeit und Liquidität.

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Weitere Informationen

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Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz Bundesministerium

 

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